Es tut mir wirklich leid ihr Lieben zu Hause, aber ich muss euch leider wieder sagen, dass das Internet in Hrabušice nicht funktioniert.
Am Freitag gab es mal ein kurzen Hoffnungsschimmer. Wir hatten nämlich einen ganzen Tag lang Internet. /dafuer hatten wir kein Wasser/
Ja so ist das hier im Osten. Vielleicht bekomme ich es irgendwie hin die Blogeinträge in Hrabušice zu schreiben und dann irgendwie auf den Schulcomputer zu bekommen... Mal schauen.
Neuigkeiten gibt es nicht so viele.
Der Trip nach Rumänien fiel ins Wasser, weil sich Pia den Magen verdorben hat und Sergej das Bein mit heissem Wasser bebrannt hat.
Also war ich das ganze Wochenende in Poprad. Naja war auch schoen. HIHI
Ich meld mich wieder bei euch. Keine Sorge
Mir geht es bestens.
Ich drueck euch.
Mirco
Montag, 2. November 2009
Freitag, 30. Oktober 2009
Nachtrag Teil 1
Nachdem ich gerade Desperate Housewives geschaut habe und nun nicht wirklich weiß was ich machen soll, aber ich beschlossen mich an den Computer zu setzen und euch ein bisschen von mir zu erzählen.
Heute ist Mittwoch. Die Mitte der Woche. Bald ist Wochenende. Heute Morgen klingelte 5:55 der Wecker. Als ich meine Augen öffnete wollte ich sie gleich wieder schließen, denn draußen war es noch dunkel.
Ich habe nichts gegen das frühe aufstehen. Aber ich habe es gegen das Aufstehen im Dunkeln.
Das macht wirklich keinen Spaß und kostet jeden Morgen aufs neue große Überwindung.
Nichts desto trotz habe ich es aber geschafft mich aus meinen warmen Bett zu schleppen. Nach einem wunderbaren Frühstück mit frischem Brot, Omas leckerer Marmelade, Frischkäse, Gurken und Tomaten machte ich mich dann auf den Weg nach Vydrnik. 7:17Uhr fährt da der Zug und da ich gemütlich laufen möchte verlasse ich jeden morgen ungefähr 6:45Uhr das Haus.
Zum Glück wurde es gerade hell und ich muss nicht im Dunkeln laufen. Davor graut es mir schon ein wenig wenn ich an den Dezember oder Januar denke.
Jedenfalls bin ich dann gemütlich nach Vydrnik gelaufen. Ok, ich habe es mir vorgenommen bin aber nicht dazu gekommen, denn nach ungefähr der Hälfte des Weges hielt ein Auto neben mir und der Fahrer fragte mich freundlich ob er mich mitnehmen soll.
Natürlich sage ich da nicht nein!
So kam es, dass ich nun schon zum dritten mal morgens von netten Slowaken zum Zug gefahren werde.
Mein slowakisch ist schwer richtig mies aber für einen netten Smalltalk im Auto reicht es alle mal. Von daher kann ich den netten Leuten auch immer etwas erzählen und dann wünsch ich ihnen noch einen wunderschönen Tag beim Aussteigen, in der Hoffnung, dass sie mich am nächsten Morgen wieder mitnehmen.
Naja, deswegen war ich heute schon etwas eher am Bahnhof und hatte noch Zeit mich zu setzten und ein bisschen in mich zu gehen. Lange konnte ich aber nicht in meinen Gedanken schwelgen. Mit dem Zug ging es dann nach Vydrnik, wo schon David und Janetta auf uns warteten. Ich hatte ihnen heute extra zwei Bonbons mitgenommen, da die Kaugummis ja nicht so gut ankamen. Allerdings kam ich gar nicht dazu sie ihnen zu geben, denn es wartete noch jemand am Bahnhof auf mich. Misko, der Informatiklehrer an unsere Schule stand da und bestand darauf, der er uns zur Schule fährt. Natürlich sage ich auch da nicht nein.
In der Schule angekommen, konnte ich heute zum ersten mal von Anfang an bei der morgendlichen Gebetsrunde teilnehmen. Das war echt spannend und hat Spaß gemacht. Ich kann sogar schon ein bisschen die slowakischen Lieder mitsingen.
In den ersten beiden Unterrichtsstunden habe ich nicht viel gemacht. Ich war nicht im Unterreicht und habe im Lehrerzimmer Vokabeln gelernt. In der dritten Stunde habe ich dann einen Test für den Deutschunterricht vorbereitet. Danach musste ich in die erste Klasse eine Aufsicht machen. Das ist immer ganz lustig, weil die kleinen Kinder sich riesig über mich freuen. Leider ist die Klasse aus 100% Slowaken.
Nach dieser Aufsicht war ich im Deutschunterricht dabei. Die Kinder mussten meinen Test schreiben. Sie lernen gerade die Zahlen.
Anscheinend bin ich ein guter Lehrer, denn es gab nur Einsen, Zweien und Dreien. Keine Vier und keine Fünf. Sogar Lukas, er ist Roma und ihm fällt das Lernen unheimlich schwer hat eine Drei geschafft. Er war stolz wie Oskar und ich war glücklich.
Nach dieser Stunde habe ich fünf kleine Romakinder zum Bus gebracht. Eigentlich könnten sie den Weg auch alleine gehen aber sicher ist sicher. So stand ich heute wieder zwanzig Minuten an der Bushaltestelle und passte auf die fünf kleinen auf, während sich eine riesige Menschentraube um mich sammelte, die wild auf mich einredete.
Das ist wirklich anstrengend. Zum einen verstehe ich kaum etwas, weil alle slowakisch sprechen und zum anderen verstehe ich manchmal mein eigenes Wort nicht, weil es so laut ist.
Aber es ist immer wieder ein Erlebnis und ich bin wahnsinnig froh, wenn dann endlich der Bus kommt und ich wieder in die Schule gehen kann.
Normalerweise gehe ich dann in den Schulklub und spiel dort mit den Kindern. Heute gab es allerdings eine kleine Planänderung.
Zuzanna hat uns in Letanovce eine Wohnung gesucht und diese sollten wir alle drei besichtigen.
Ja ihr habt richtig gehört. Vielleicht ziehe ich bald um.
Der Grund dafür ist ganz einfach. Die fahrt von Hrabusice nach Letanovce ist unheimlich umständlich und wir müssen sehr viel laufen. Noch ist das kein Problem, aber im Winter bei
-20°C kann das schon zu einem Problem werden. Zuzanna findet das unverantwortlich und deswegen will sie, dass wir nach Letanovce ziehen.
Naja, deswegen waren wir uns heute diese Wohnung anschauen und ich muss sagen, dass sie mir gefällt. Ich fände es auch praktischer in Letanovce zu wohnen, allerdings sind wir drei und Pia ist nicht ganz davon überzeugt.
Wir werden sehen wie die Sache ausgeht, ich halte euch aber auf dem Laufenden.
Nach der Wohnungsbesichtigung hat uns dann Zuzanna noch nach Hause eingeladen, Es gab einen köstlichen Tee und Palacinky. Palacinky sind eigentlich nichts anderes als Plinse (Pfannkuchen für alle die nicht wissen was Plinse sind).
Joar so kam es, dass ich einen sehr schönen Nachmittag hatte und den in einen schönen Abend mit Desperate Housewives ausklingen lassen habe.
Jetzt ist es schon ganz schön spät geworden und ich werde mich jetzt duschen gehen.
Danach geht’s auch schon wieder ab ins Bett und so schnell es geht ins Traumland.
Ich sende euch Liebe Grüße und wünsche euch eine wundervolle Gute Nacht.
Ich lass bald wieder etwas von mir hören.
Euer Mirco
PS: Ich werde diesen Text erst morgen veröffentlichen können, weil bei uns gerade das Internet streigt.
Heute ist Mittwoch. Die Mitte der Woche. Bald ist Wochenende. Heute Morgen klingelte 5:55 der Wecker. Als ich meine Augen öffnete wollte ich sie gleich wieder schließen, denn draußen war es noch dunkel.
Ich habe nichts gegen das frühe aufstehen. Aber ich habe es gegen das Aufstehen im Dunkeln.
Das macht wirklich keinen Spaß und kostet jeden Morgen aufs neue große Überwindung.
Nichts desto trotz habe ich es aber geschafft mich aus meinen warmen Bett zu schleppen. Nach einem wunderbaren Frühstück mit frischem Brot, Omas leckerer Marmelade, Frischkäse, Gurken und Tomaten machte ich mich dann auf den Weg nach Vydrnik. 7:17Uhr fährt da der Zug und da ich gemütlich laufen möchte verlasse ich jeden morgen ungefähr 6:45Uhr das Haus.
Zum Glück wurde es gerade hell und ich muss nicht im Dunkeln laufen. Davor graut es mir schon ein wenig wenn ich an den Dezember oder Januar denke.
Jedenfalls bin ich dann gemütlich nach Vydrnik gelaufen. Ok, ich habe es mir vorgenommen bin aber nicht dazu gekommen, denn nach ungefähr der Hälfte des Weges hielt ein Auto neben mir und der Fahrer fragte mich freundlich ob er mich mitnehmen soll.
Natürlich sage ich da nicht nein!
So kam es, dass ich nun schon zum dritten mal morgens von netten Slowaken zum Zug gefahren werde.
Mein slowakisch ist schwer richtig mies aber für einen netten Smalltalk im Auto reicht es alle mal. Von daher kann ich den netten Leuten auch immer etwas erzählen und dann wünsch ich ihnen noch einen wunderschönen Tag beim Aussteigen, in der Hoffnung, dass sie mich am nächsten Morgen wieder mitnehmen.
Naja, deswegen war ich heute schon etwas eher am Bahnhof und hatte noch Zeit mich zu setzten und ein bisschen in mich zu gehen. Lange konnte ich aber nicht in meinen Gedanken schwelgen. Mit dem Zug ging es dann nach Vydrnik, wo schon David und Janetta auf uns warteten. Ich hatte ihnen heute extra zwei Bonbons mitgenommen, da die Kaugummis ja nicht so gut ankamen. Allerdings kam ich gar nicht dazu sie ihnen zu geben, denn es wartete noch jemand am Bahnhof auf mich. Misko, der Informatiklehrer an unsere Schule stand da und bestand darauf, der er uns zur Schule fährt. Natürlich sage ich auch da nicht nein.
In der Schule angekommen, konnte ich heute zum ersten mal von Anfang an bei der morgendlichen Gebetsrunde teilnehmen. Das war echt spannend und hat Spaß gemacht. Ich kann sogar schon ein bisschen die slowakischen Lieder mitsingen.
In den ersten beiden Unterrichtsstunden habe ich nicht viel gemacht. Ich war nicht im Unterreicht und habe im Lehrerzimmer Vokabeln gelernt. In der dritten Stunde habe ich dann einen Test für den Deutschunterricht vorbereitet. Danach musste ich in die erste Klasse eine Aufsicht machen. Das ist immer ganz lustig, weil die kleinen Kinder sich riesig über mich freuen. Leider ist die Klasse aus 100% Slowaken.
Nach dieser Aufsicht war ich im Deutschunterricht dabei. Die Kinder mussten meinen Test schreiben. Sie lernen gerade die Zahlen.
Anscheinend bin ich ein guter Lehrer, denn es gab nur Einsen, Zweien und Dreien. Keine Vier und keine Fünf. Sogar Lukas, er ist Roma und ihm fällt das Lernen unheimlich schwer hat eine Drei geschafft. Er war stolz wie Oskar und ich war glücklich.
Nach dieser Stunde habe ich fünf kleine Romakinder zum Bus gebracht. Eigentlich könnten sie den Weg auch alleine gehen aber sicher ist sicher. So stand ich heute wieder zwanzig Minuten an der Bushaltestelle und passte auf die fünf kleinen auf, während sich eine riesige Menschentraube um mich sammelte, die wild auf mich einredete.
Das ist wirklich anstrengend. Zum einen verstehe ich kaum etwas, weil alle slowakisch sprechen und zum anderen verstehe ich manchmal mein eigenes Wort nicht, weil es so laut ist.
Aber es ist immer wieder ein Erlebnis und ich bin wahnsinnig froh, wenn dann endlich der Bus kommt und ich wieder in die Schule gehen kann.
Normalerweise gehe ich dann in den Schulklub und spiel dort mit den Kindern. Heute gab es allerdings eine kleine Planänderung.
Zuzanna hat uns in Letanovce eine Wohnung gesucht und diese sollten wir alle drei besichtigen.
Ja ihr habt richtig gehört. Vielleicht ziehe ich bald um.
Der Grund dafür ist ganz einfach. Die fahrt von Hrabusice nach Letanovce ist unheimlich umständlich und wir müssen sehr viel laufen. Noch ist das kein Problem, aber im Winter bei
-20°C kann das schon zu einem Problem werden. Zuzanna findet das unverantwortlich und deswegen will sie, dass wir nach Letanovce ziehen.
Naja, deswegen waren wir uns heute diese Wohnung anschauen und ich muss sagen, dass sie mir gefällt. Ich fände es auch praktischer in Letanovce zu wohnen, allerdings sind wir drei und Pia ist nicht ganz davon überzeugt.
Wir werden sehen wie die Sache ausgeht, ich halte euch aber auf dem Laufenden.
Nach der Wohnungsbesichtigung hat uns dann Zuzanna noch nach Hause eingeladen, Es gab einen köstlichen Tee und Palacinky. Palacinky sind eigentlich nichts anderes als Plinse (Pfannkuchen für alle die nicht wissen was Plinse sind).
Joar so kam es, dass ich einen sehr schönen Nachmittag hatte und den in einen schönen Abend mit Desperate Housewives ausklingen lassen habe.
Jetzt ist es schon ganz schön spät geworden und ich werde mich jetzt duschen gehen.
Danach geht’s auch schon wieder ab ins Bett und so schnell es geht ins Traumland.
Ich sende euch Liebe Grüße und wünsche euch eine wundervolle Gute Nacht.
Ich lass bald wieder etwas von mir hören.
Euer Mirco
PS: Ich werde diesen Text erst morgen veröffentlichen können, weil bei uns gerade das Internet streigt.
Montag, 26. Oktober 2009
Es tut mir so leid
Ich muss mich bei euch endschuldigen, aber momentan ist es verdammt schwer euch auf dem laufenden zu halten.
Seit einigen Tagen spinnt bei uns in Hrabušice das Internet und ich kann keinen neuen Eintraege veroeffentlichen.
Ich muss in der Schule an den PC, aber hier will ich nicht meinen Blog schreiben.
Deswegen muesst ihr etwas Geduld haben.
Ich kann euch aber sagen, dass es mir sehr gut geht und alles in bester Ordnung ist.
Macht euch keine Sorgen!
Ich melde mich wieder sobald, wir Internet in Hrabušice haben.
Dicke Umarmung fuer euch
Mirco
Seit einigen Tagen spinnt bei uns in Hrabušice das Internet und ich kann keinen neuen Eintraege veroeffentlichen.
Ich muss in der Schule an den PC, aber hier will ich nicht meinen Blog schreiben.
Deswegen muesst ihr etwas Geduld haben.
Ich kann euch aber sagen, dass es mir sehr gut geht und alles in bester Ordnung ist.
Macht euch keine Sorgen!
Ich melde mich wieder sobald, wir Internet in Hrabušice haben.
Dicke Umarmung fuer euch
Mirco
Montag, 19. Oktober 2009
Versprochen ist versprochen
So ihr Lieben.. Jetzt ist es schon Montag und ich habe euch noch gar nicht von der letzten Woche erzählt.
Es wird Zeit das jetzt zu machen.
Im allgemeinen war die Woche nicht wirklich spannend. Trotzdem gab es einige Situationen, die mich bewegt haben.
Wie ihr wisst, fahre ich immer mit dem Zug nach Letanovce. Seid einigen Tage freue ich mich richtig endlich in Letanovce anzukommen. Der Grund dafür sind Janetta und David.
Die beiden wohnen in der Romasiedlung und müssen jeden Morgen ungefähr zwei Kilometer zur Schule laufen.
Seid einigen Tagen warten die beiden allerdings immer auf uns und erwarten uns wie ein kleines Empfangskomitee am Bahnhof in Letanove. Wir laufen dann immer zusammen mit den Beiden zu Schule und reden ein bisschen.
Meistens läuft es auf die Fragen „ Habt ihr gut geschlafen? Freut ihr euch auf die Schule? Wie geht es euch? Und ist euch kalt?“ heraus, da mein Slowakisch noch ziemlich dürftig ist.
Trotzdem macht es Spaß zu sehen, wie die beiden sich freuen mit uns zu gehen.
Man merkt irgendwie, dass sie unsere Aufmerksamkeit genießen. Kein Wunder! Beide haben sieben Geschwister und ich bezweifle ziemlich, dass sich die Eltern ausreichend um die beiden kümmern.
Sie sind auch immer sehr glücklich, wenn sie feststellen, dass wir uns am nächsten Tag immer noch an ihre Namen erinnern.
Allerdings habe ich am Freitag einen kleinen Fehler gemacht.
Ich haben ihnen in meiner Gutmütigkeit gesagt, dass ich ihnen Montag (also heute) etwas Süßes mitbringe. Na ja das habe ich heute leider vergessen. Allerdings haben es die Kinder nicht vergessen und mit meinem Versuch sie mit Kaugummis zufrieden zu stellen ist richtig in die Hose gegangen. Ich muss beim nächsten mal unbedingt in Poprad eine Tüte Gummibärchen oder so was kaufen. Ich mein versprochen ist schließlich versprochen.
Ja weiter im Text. Was hat mich noch bewegt in der letzten Woche? Ich glaube, ich realisiere langsam, dass das Problem was die Roma und die Slowaken haben viel zu groß ist um es in den nächsten zwanzig Jahren zu lösen.
Die Kinder gehen zwar in die Schule aber niemand in der Familie hat Interesse daran, dass die Kinder auch was lernen. Teilweise kommen sie ohne Schulzeug in die Schule und sitzen nur ihre Zeit ab.
Das führt natürlich dazu, dass die Kinder nichts lernen und genauso wie sie in die Schule kommen, die Schule auch wieder verlassen. In die Schule zu gehen und sich zu bilden, ist bei den Roma in Letanovce nicht wirklich selbstverständlich.
Ich bin allerdings der Meinung, dass der erste Schritt zur Problemlösung die Bildung ist.
Die Kinder müssen lesen und schreiben lernen. Sie müssen lernen wie man rechnet und vor allem müssen sie ein gesundes Sozialverhalten erlernen.
Momentan nehmen die Romakinder nur Bruchteile davon mit. Aber besser als nichts. Meine Hoffnung ist es, dass die Generation, die jetzt in die Schule geht bei ihren Kindern etwas mehr Wert auf die Bildung legt. Und diese Generation noch mehr bei ihren Kinder. So könnte man das Problem vielleicht in 60.. 70 Jahren lösen. Aber dann ist es definitiv zu spät.
Ach ja das ist alles so kompliziert, ich versteh es selbst nicht. Auf jeden Fall bin ich schon mehrmals zu der Erkenntnis gekommen, dass ich mit meinem Freiwilligendienst nichts verändern werde.
Ich kann nur ein gutes Vorbild sein und hoffen, dass sich die Kinder an mir ein Beispiel nehmen.
Ja genug mit dem anstrengenden Themen. Mir ist nämlich gerade noch etwas eingefallen. Ich war am Dienstag mit der Pia in Poprad shoppen. Es tat so gut und war Balsam für die Seele. Zum einen, weil wir ohne Sergej unterwegs waren und das echt entspannend war. Und zum anderen, weil shoppen eh immer glücklich macht.
Man konnte mal die ganzen Probleme und Bilder die man jeden Tag von Armut und solchen Sachen sieht ausblenden und kurz vergessen.
Eigentlich ist auch das Shoppen ein unheimlicher Luxus, denn ich vorher gar nicht so zu schätzen wusste. Wir können einfach so in einen Laden gehen und uns das kaufen was wir wollen. Warme Sachen wenn es kalt ist und kurze Hosen für den Sommer. Wir sind so vermögend, dass wir nicht in Secondhand Shops gehen müssen und die Sachen tragen müssen, die schon Menschen vor uns an hatten.
Genau aus dem Grund bereue ich es kein Bisschen in die Slowakei gegangen zu sein. Ich lerne hier Sachen zu schätzen, die vorher für mich selbstverständlich waren. Aber es ist definitiv nicht alles selbstverständlich. Nicht einmal mein Jahr in der Slowakei ist selbstverständlich, denn ein Großteil der Menschen auf der Welt könnten sich so ein Jahr nicht mal im Ansatz leisten.
Es ist eine wunderbare Chance für mich die Welt mit anderen Augen zu sehen und ein bisschen habe ich damit schon angefangen.
In diesem Sinne werde ich mich jetzt von euch verabschieden und euch eine wundervolle Woche wünschen. Ich vermisse euch und drück euch fest.
Grüße nach Deutschland aus der schönen Slowakei.
Euer Mirco
Es wird Zeit das jetzt zu machen.
Im allgemeinen war die Woche nicht wirklich spannend. Trotzdem gab es einige Situationen, die mich bewegt haben.
Wie ihr wisst, fahre ich immer mit dem Zug nach Letanovce. Seid einigen Tage freue ich mich richtig endlich in Letanovce anzukommen. Der Grund dafür sind Janetta und David.
Die beiden wohnen in der Romasiedlung und müssen jeden Morgen ungefähr zwei Kilometer zur Schule laufen.
Seid einigen Tagen warten die beiden allerdings immer auf uns und erwarten uns wie ein kleines Empfangskomitee am Bahnhof in Letanove. Wir laufen dann immer zusammen mit den Beiden zu Schule und reden ein bisschen.
Meistens läuft es auf die Fragen „ Habt ihr gut geschlafen? Freut ihr euch auf die Schule? Wie geht es euch? Und ist euch kalt?“ heraus, da mein Slowakisch noch ziemlich dürftig ist.
Trotzdem macht es Spaß zu sehen, wie die beiden sich freuen mit uns zu gehen.
Man merkt irgendwie, dass sie unsere Aufmerksamkeit genießen. Kein Wunder! Beide haben sieben Geschwister und ich bezweifle ziemlich, dass sich die Eltern ausreichend um die beiden kümmern.
Sie sind auch immer sehr glücklich, wenn sie feststellen, dass wir uns am nächsten Tag immer noch an ihre Namen erinnern.
Allerdings habe ich am Freitag einen kleinen Fehler gemacht.
Ich haben ihnen in meiner Gutmütigkeit gesagt, dass ich ihnen Montag (also heute) etwas Süßes mitbringe. Na ja das habe ich heute leider vergessen. Allerdings haben es die Kinder nicht vergessen und mit meinem Versuch sie mit Kaugummis zufrieden zu stellen ist richtig in die Hose gegangen. Ich muss beim nächsten mal unbedingt in Poprad eine Tüte Gummibärchen oder so was kaufen. Ich mein versprochen ist schließlich versprochen.
Ja weiter im Text. Was hat mich noch bewegt in der letzten Woche? Ich glaube, ich realisiere langsam, dass das Problem was die Roma und die Slowaken haben viel zu groß ist um es in den nächsten zwanzig Jahren zu lösen.
Die Kinder gehen zwar in die Schule aber niemand in der Familie hat Interesse daran, dass die Kinder auch was lernen. Teilweise kommen sie ohne Schulzeug in die Schule und sitzen nur ihre Zeit ab.
Das führt natürlich dazu, dass die Kinder nichts lernen und genauso wie sie in die Schule kommen, die Schule auch wieder verlassen. In die Schule zu gehen und sich zu bilden, ist bei den Roma in Letanovce nicht wirklich selbstverständlich.
Ich bin allerdings der Meinung, dass der erste Schritt zur Problemlösung die Bildung ist.
Die Kinder müssen lesen und schreiben lernen. Sie müssen lernen wie man rechnet und vor allem müssen sie ein gesundes Sozialverhalten erlernen.
Momentan nehmen die Romakinder nur Bruchteile davon mit. Aber besser als nichts. Meine Hoffnung ist es, dass die Generation, die jetzt in die Schule geht bei ihren Kindern etwas mehr Wert auf die Bildung legt. Und diese Generation noch mehr bei ihren Kinder. So könnte man das Problem vielleicht in 60.. 70 Jahren lösen. Aber dann ist es definitiv zu spät.
Ach ja das ist alles so kompliziert, ich versteh es selbst nicht. Auf jeden Fall bin ich schon mehrmals zu der Erkenntnis gekommen, dass ich mit meinem Freiwilligendienst nichts verändern werde.
Ich kann nur ein gutes Vorbild sein und hoffen, dass sich die Kinder an mir ein Beispiel nehmen.
Ja genug mit dem anstrengenden Themen. Mir ist nämlich gerade noch etwas eingefallen. Ich war am Dienstag mit der Pia in Poprad shoppen. Es tat so gut und war Balsam für die Seele. Zum einen, weil wir ohne Sergej unterwegs waren und das echt entspannend war. Und zum anderen, weil shoppen eh immer glücklich macht.
Man konnte mal die ganzen Probleme und Bilder die man jeden Tag von Armut und solchen Sachen sieht ausblenden und kurz vergessen.
Eigentlich ist auch das Shoppen ein unheimlicher Luxus, denn ich vorher gar nicht so zu schätzen wusste. Wir können einfach so in einen Laden gehen und uns das kaufen was wir wollen. Warme Sachen wenn es kalt ist und kurze Hosen für den Sommer. Wir sind so vermögend, dass wir nicht in Secondhand Shops gehen müssen und die Sachen tragen müssen, die schon Menschen vor uns an hatten.
Genau aus dem Grund bereue ich es kein Bisschen in die Slowakei gegangen zu sein. Ich lerne hier Sachen zu schätzen, die vorher für mich selbstverständlich waren. Aber es ist definitiv nicht alles selbstverständlich. Nicht einmal mein Jahr in der Slowakei ist selbstverständlich, denn ein Großteil der Menschen auf der Welt könnten sich so ein Jahr nicht mal im Ansatz leisten.
Es ist eine wunderbare Chance für mich die Welt mit anderen Augen zu sehen und ein bisschen habe ich damit schon angefangen.
In diesem Sinne werde ich mich jetzt von euch verabschieden und euch eine wundervolle Woche wünschen. Ich vermisse euch und drück euch fest.
Grüße nach Deutschland aus der schönen Slowakei.
Euer Mirco
Sonntag, 18. Oktober 2009
Frida
Darf ich euch vorstellen. Das ist Frida. Frida ist unser Hund. OK, eigentlich ist es der Hund unserer Vermieter, aber da wir immer eine Leckerei für die verfressene Frida haben, mag sie uns lieber als ihre richtigen Herrchen.
Leider ist das jetzt nicht das beste Bild. Dafür muss ich mich entschuldigen. Aber ich bin mir sicher im laufe des Jahres kann ich noch ein paar schöne Bilder von der lieben Frida machen
Ich bin jetzt verdammt müde und gehe schlafen. Mein Wochenrückblick kommt morgen. Versprochen!
Gute Nacht und Liebste Grüße
Mirco
Ich bin jetzt verdammt müde und gehe schlafen. Mein Wochenrückblick kommt morgen. Versprochen!
Gute Nacht und Liebste Grüße
Mirco
Ein Schauspiel
Tagelang hat sich die Hohe Tatra in Wolken gehüllt und man konnte nur erahnen was da gerade auf dem Berg passiert. Ich kannte den Tag kaum erwarten die Tatra endlich wieder zu sehen. Schließlich wollte ich unbedingt die verschneiten Gipfel sehen.
Bis Samstagmorgen musste ich warten. Als ich meine Augen öffnete wusste ich, dass heute der Tag sein wird an dem sich die Tatra enthüllt.
Ich schlüpfte in meine Jogginghose nahm zwei Briefe, die ich noch verschicken wollte und ging vor dir Haustür. Der Himmel war strahlend blau und die Luft glasklar. Ich atmete tief durch, machte meinen mp3- Player an und machte mich auf den Weg zur Post.
Leider musste ich feststellen, dass diese am Samstag zu hat. So machte ich mich wieder auf den Rückweg.
Allerdings blieb ich gleich wieder stehen, weil mir der Atem stockte. Da war sie, die schneebedeckte Tatra. Majestätisch ragte sie über die Dächer Hrabusices. Natürlich habe ich gleich für euch ein Bild gemacht. Allerdings ist es nicht einmal halb so schön wie die Realtität.

Nach diesem Anblick beschloss ich noch weiter zu gehen um die Tatra ganz zu sehen. So ging ich weiter Richtung Vydrnik und genoss meinen kleinen Spatziergang mit atemberaubenden Blick auf die Hohe Tatra und schöner Musik im Ohr.
Bis Samstagmorgen musste ich warten. Als ich meine Augen öffnete wusste ich, dass heute der Tag sein wird an dem sich die Tatra enthüllt.
Ich schlüpfte in meine Jogginghose nahm zwei Briefe, die ich noch verschicken wollte und ging vor dir Haustür. Der Himmel war strahlend blau und die Luft glasklar. Ich atmete tief durch, machte meinen mp3- Player an und machte mich auf den Weg zur Post.
Leider musste ich feststellen, dass diese am Samstag zu hat. So machte ich mich wieder auf den Rückweg.
Allerdings blieb ich gleich wieder stehen, weil mir der Atem stockte. Da war sie, die schneebedeckte Tatra. Majestätisch ragte sie über die Dächer Hrabusices. Natürlich habe ich gleich für euch ein Bild gemacht. Allerdings ist es nicht einmal halb so schön wie die Realtität.
Nach diesem Anblick beschloss ich noch weiter zu gehen um die Tatra ganz zu sehen. So ging ich weiter Richtung Vydrnik und genoss meinen kleinen Spatziergang mit atemberaubenden Blick auf die Hohe Tatra und schöner Musik im Ohr.
Der erste Schnee
Es war wunderbar und ich konnte meinen Augen kaum trauen.
Als ich Donnerstag aufwachte sah ich nicht schwarz sondern weiß. Es hatte geschneit und zwar nicht wenig.
Für mich war das ganze schon ziemlich aufregend, denn ich bin es nicht gewöhnt schon im Oktober Schnee zu sehen. Von daher habe ich mich ganz schnell angezogen und gefrühstückt und kannte es kaum erwarten den Weg zum Bahnhof nach Vydrnik anzutreten.
Es war wunderschön. Einige meiner Eindrücke habe ich euch fotografiert.
Schaut selbst.
Als ich Donnerstag aufwachte sah ich nicht schwarz sondern weiß. Es hatte geschneit und zwar nicht wenig.
Für mich war das ganze schon ziemlich aufregend, denn ich bin es nicht gewöhnt schon im Oktober Schnee zu sehen. Von daher habe ich mich ganz schnell angezogen und gefrühstückt und kannte es kaum erwarten den Weg zum Bahnhof nach Vydrnik anzutreten.
Es war wunderschön. Einige meiner Eindrücke habe ich euch fotografiert.
Schaut selbst.
Also ihr müsst zugeben, dass es wirklich schön aussieht.
Da kommt man sich gleich vor wie Weihnachten.
Ja so schön die Bilder auch aussehen leider lag der Schnee nicht lange. Ungefähr fünf Stunden später war schon wieder alles weg.
Liebste und winterliche Grüße von Mirco
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